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Morbus Hodgkin* ist eine Krebsart, die das Lymphsystem befällt. Zum Lymphsystem gehören die Lymphknoten, die im ganzen Körper verteilt sind und über kleine Gefäße (Lymphgefäße) verbunden sind, die Milz, die Thymusdrüse und das Knochenmark.
Nach Angaben des Deutschen Krebsforschungszentrums Heidelberg erkranken in Deutschland jährlich etwa 2000 Menschen an Morbus Hodgkin, davon rund 150 Kinder und Jugendliche. Er macht rund acht Prozent aller Krebserkrankungen in diesem Lebensalter aus.
Die Krankheit beginnt schleichend. Typischerweise findet man bei Morbus Hodgkin vergrößerte, schmerzlose Lymphknoten, zu Beginn meistens am Hals oder Nacken "Diese Knoten treten aber nicht nur an jenen Stellen auf, an denen auch der Laie sie tasten kann, also in den Achselhöhlen, Leistenbeugen oder am Hals", erläutert Prof. Dr. Dieter Körholz, Direktor der Universitätskinderklinik Halle. "Der Körper hat rund 25 Lymphknotenstationen, beispielsweise auch im Brustkorb oder der Bauchhöhle, und überall dort können diese Schwellungen entstehen." Deshalb muss man auch auf die anderen Symptome achten, die auf einen Lymphdrüsenkrebs hindeuten können: Müdigkeit, Abgeschlagenheit und Antriebsschwäche, Fieberschübe und nächtliche Schweißausbrüche, unerklärlicher Gewichtsverlust von mehr als zehn Prozent der Körpermasse, Appetitlosigkeit oder Juckreiz.
Die Krankheit ist geprägt vom Vorhandensein abnorm großer B-Zellen (B-Lymphozyten) in den Lymphknoten. B-Zellen sind normalerweise ein wichtiger Teil des Immunsystems. Sie sind im Körper für die Abwehr fremder Organismen, also auch von Krankheitserregern, zuständig.
Im Gegensatz zur gesunden B-Zelle gehen diese Riesenzellen aber nicht nach einiger Zeit unter, sondern produzieren unablässig weitere abnorme B-Zellen. Das macht das Funktionieren des Immunsystems immer schwieriger und lässt die Lymphknoten anschwellen. Im fortgeschrittenen Stadium befällt der Morbus Hodgkin dann auch andere Organe wie Milz oder Knochenmark.
* benannt nach Thomas Hodgkin (1798 - 1866), dem englischen Arzt, der 1832 die Krankheit erstmals beschrieb
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